Verbrennungsluftnachweise

zur Vermeidung von Kohlenmonoxid-Unfällen

In der Vergangenheit kam es in Wiener Haushalten immer wieder zu schweren Unfällen mit Gasgeräten aufgrund von Verbrennungsluftmangel und schlechter Wartung bzw. Einstellung. Dabei trat Kohlenmonoxid in den Wohnräumen aus und es kam zu Vergiftungen mit teilweise leider tödlichem Ausgang. Um diese Gefahr von den Bewohnern abzuwenden, entwickelten Sachverständige für Feuerungswesen gemeinsam mit den Wiener Rauchfangkehrern eine spezifische Methode um die ausreichende Verbrennungsluftzuführung zu überprüfen und nebenbei auch schlecht gewartete Gasgeräte zu erkennen und gegebenenfalls außer Betrieb zu setzen. Seit Oktober 2012 sind die Wiener Rauchfangkehrer per Gesetz dazu beauftragt, im Zuge der Hauptkehrung diese Überprüfung durchzuführen. Die eindrucksvolle Bilanz seither: Rund 8000 gesperrte Gasgeräte jährlich und 75 % weniger Verunglückte durch Kohlenmonoxid-Vergiftung im Vergleich zu den Vorjahren!

Seit Juni 2016 gilt das neue Wiener Feuerpolizeigesetz und die Wiener Kehrverordnung, die diese Überprüfungsverpflichtung noch genauer definiert vorschreibt. Im Jahr 2016 war erstmals seit vielen Jahren in Wien kein Todesfall im Zusammenhang mit Kohlenmonoxid Unfällen zu beklagen!

WICHTIG: Der Nachweis von ausreichend Verbrennungsluft

Insgesamt gibt es drei verschiedene Methoden, die ausreichende Verbrennungsluft nachzuweisen. Diese verschiedenen Überprüfungsmethoden sind in der ÖVGW Richtlinie G 12 festgelegt. Die einfachste, schnellste und daher kostengünstigste Methode ist die Ermittlung der Luftzahl.

Dabei wird die Menge der einströmenden Verbrennungsluft kontrolliert. Mit der Methode wird nicht nur die ausreichende Luftzuführung sichergestellt, sondern auch die Feuerstätte bezüglich ihres Kohlenmonoxid Ausstoßes überprüft. Bei Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte stellt der Rauchfangkehrer sicher, dass wie in den meißten Fällen möglich  ein Service Abhilfe schafft oder im schlimmsten Fall, das betroffene Gerät aus dem Verkehr gezogen wird.

Diese Maßnahmen minimiert die Schadstoffemissionen und spart Energiekosten.

Nur die regelmäßige Überprüfung gibt Sicherheit

Die regelmäßige und kostengünstige Überprüfung durch den Rauchfangkehrer hat sich in der Praxis auch insofern bewährt, da von Kunden immer wieder Veränderungen am Luftverbund vorgenommen werden, z.B. durch Verkleben von Zuluft-Elementen, Abdichten von Fenstern und Türen, Montagen von elektrischen Ventilatoren im Bad und WC bzw. von Dunstabzugshauben in der Küche und Aufstellung von mobilen Klimageräten im Sommer kommt es zu verminderten Luftströmungen.

Durch den fachkundigen Einsatz der Wiener Rauchfangkehrer wurden viele Gasfeuerstätten, die im Sommer potentielle Kohlenmonoxid-Unfälle verursacht hätten, rechtzeitig gewartet.

Die jährlich zu erfolgende Luftverbundüberprüfung wird im Zuge der Hauptkehrung durchgeführt. Bei nachträglichen Änderungen, die den Luftverbund beinträchtigen können (z. B. neue Fenster, Türen, Teppichböden, Fassadendämmung, neue Abluftventilatoren) ist eine neuerliche Überprüfung notwendig.

Nähere Informationen zum Thema finden Sie im Informationsblatt zur Überprüfung der ausreichenden Verbrennungsluftzufuhr der Wiener Rauchfangkehrer-Innung.